Das Ding mit der vorteilhaften Kleidung

Moin!

Lang ist der letzte -Das Ding mit- Artikel her, obwohl mich so die ein oder andere Sache aufgeregt hat. Aber irgendwie war es nie genug für einen Artikel und bei diesem Thema habe ich auch lange meinen Hass gesammelt. Nur für euch <3. Kann als Fortsetzung zu „Das Ding mit der richtigen Kleidung“ und „Das Ding mit dem Gewicht“ verstanden werden.

 

Vorspiel

Ich bin seit einiger Zeit in sozialen Netzwerken auch in Fashiongruppen, näher gesagt in Gruppen für Kleidung für dicke Frauen, weil ich dick bin und mir die ein oder andere Inspiration zum Shopping holen wollte. In der Mehrzahl folge ich amerikanischen Frauen, aber wenn die was kaufen gibt es das in der Regel nicht in Deutschland, was mich wiederum traurig macht. Ich bin ein Konsumkind. Ich habe mir speziell positiv wirkende Gruppen (Gruppenbeschreibung, Regeln) ausgesucht, da ich ein sehr offenes Verständnis dafür habe, was ’schön‘ sein kann. Leider musste ich feststellen, dass sehr viele Frauen dort strenge Regularien internalisiert haben, was als (dicke) Frau  tragbar ist. Und es kotzt mich endlos an. In aller Regelmäßigkeit werden Outfits mit Sätzen wie: „das geht gar nicht“ ; „das tut nichts für dich“ und mein Liebling „das ist nicht vorteilhaft“ versehen. Weil ich das nicht wirklich raffe, habe ich mal Tante google gefragt, was vorteilhafte Kleidung sei. Was soll ich sagen, ich habe herzlich gelacht und möchte euch auch einen gewissen Service bieten. Ich habe hier diese Liste gefunden. Lernen wir gemeinsam doch mal, wie sich eine Person vorteilhaft kleiden kann. Vanina-Version.

1.) Kaufe Kleidung, die passt

Klingt natürlich logisch, wobei ich da an Personen denken muss, die Größe >60 tragen oder aufgrund einer körperlichen Behinderung nicht den Luxus haben sich passende Kleidung zu kaufen. Aber die Seite geht nicht auf den ausbaufähigen Markt ein, sondern argumentiert, dass man in einer falschen Größe dick aussieht. Weil zu eng Falten wirft und zu weit zu breit wirken lässt. Süß abgeschlossen mit „Schäme dich nicht für dich selbst“. Ok, die Gefahr lauert also darin dick auszusehen. Aber ich bin schon dick und sehe in allem dick aus.. Hach, ich ahne wohin der Text führt.

2.) Wähle Stücke, die Bereiche kaschieren, die du verstecken möchtest

Dort wird geraten sowas wie Tuniken zu tragen, wenn der Bauch wech soll und breite Waden nicht in einem Minirock stecken sollten. Aber, Obacht, nicht zu weit, weil ihr sonst wieder dick ausseht und ihr von fremden Menschen auf der Straße mit DVDs von Shopping Queen verkloppt werdet. Also nicht zu weit und auch nicht zu eng. Das artet doch in Arbeit aus…

3.) Kaufe Hosen mit Vorsicht

Kennen wir nicht alle diese eine Person, die einfach so eine Hose kaufen wollte und dann hat sich der ganze Stapel Hosen von der Wand gelöst, sie unter sich begraben und sie ist qualvoll, unterstützt durch den Nebel der billigen Chemikalien, erstickt. R.I.P. Hosen-Rosi.

Aber diese Liste will was anderes. Man solle Hosen mit glatter Vorderseite kaufen, weil die keine Falten schlagen (häh?) und ganz wichtig und ein Studienfach für sich: die Bundhöhe. Zu hoch = erweckt den Eindruck, dass du einen Bauch hast (hell no!) und zu niedrig = Bauchfett quillt drüber, Zitat: „nicht schön“. Info zu mir: ich finde es sexuell erregend, wenn Menschen wie Muffins aussehen, d.h. wenn das Fett über die Hose quillt. Schon der Gedanke, sabber… Ist aber wohl nicht vorteilhaft. So langsam macht das keinen Spaß mehr hier.

4.) Achte darauf, die richtige Unterwäsche zu tragen

Wie Mama immer sagte: „Ziehe ordentliche Unterwäsche an, nachher hast du einen Unfall und was sollen dann die Sanitäter denken.“ Jungs, lasst die verbluten, die trägt nen Schlüpfer mit Minions.

Auf der Liste heißt es, ich muss es zitieren: „Tangas und Strings sind gut und schön, wenn [d]u kein Fett an [d]einem Körper hast.“ KEIN Fett. Hebt euch also eure Tangas und Slips auf und vererbt sie mit der Bitte diese nach eurer Verwesung an eurer Skelett zu drapieren. Wahlweise lebt ab morgen euer Kuscheltier ein sexy Eigenleben. Nicht euren Haustieren anziehen, die haben Fett!

5.) Betone deine guten Seiten

Ich habe da mal eine Frage. Wenn ich nur gute Seiten habe, darf ich dann offiziell wie ein Weihnachtsbaum rumlaufen? Aber das ist natürlich Unfug, jede_r hat schlechte Seiten (oder sucht sich welche), sonst gehört man nicht zur Gang. Hier wird empfohlen, dass bei einem schönen Hals, hier selbstverständlich ein Synonym für schlank, eine fette Kette getragen werden sollte, um vom Fett des Körpers abzulenken. Soso.

6.) Arbeite an deiner Haltung

Ha, genau meine Meinung. Eine positive Einstellung bringt einiges, besonders eine positive Einstellung zu dir selber. Aber die hier wollen, dass man gerade steht, den Bauch einzieht, die Schultern zurück zieht, den rechten Arm hebt (huch…) und das Ganze mit einem Buch auf dem Kopf übt. Dressierte Körper, ernsthaft?!

7.) Trage mehr schwarze! 

„Trage immer dunkle Farben!“ Weil es fast jede_n schlank macht.

So langsam aber sicher entwickle ich starken Hass. Warum nicht gleich den Artikel in „10 Tipps wie du schlank(er) wirkst, weil dick aussehen schlimmer als Welpenschlachtung (organisiert vom IS) ist.“

8.) Vermeide horizontale Streifen!

Überraschung, es macht dich dicker.

9.) Verwende üppige Accessoires! 

Amen! Das ist mein Motto, mehr ist mehr. Immer. Was aber auf der Liste steht… Alter. „Große, schöne Accessoires lenken die Aufmerksamkeit weg von dir selbst…“ Naja, nach meiner Erfahrung bringt das Styling als Pfingstochse (mein favorisierter Style) eigentlich viel Aufmerksamkeit. Aber die meinen bestimmt, dass bei einer Haarblume, die größer als der eigene Kopf ist, niemand auf den Arsch achtet. Was absolut Schade wäre und ich überlege gerade ob ich in Zukunft twerkend einen Raum betreten sollte. Hm…. Euer Körper ist an sich ein Gesamtkunstwerk, da muss man von nichts ablenken. Dieser ‚Rat‘ ist ebenso Unfug.

10.) Vertraue dem was du trägst

Hm? Ohne Witz, dieser Hinweis steht da ohne Erläuterungen. Nachdem aber diese ganzen tollen Ratschläge auf uns rieselten ist es ja evident, was wir tragen: Unsicherheit, Zwang zur Optimierung, dunkle Farben ohne Streifen und mit Sicherheit keine Tangas. Wie soll man Dingen, die potentielle Gefahren darstellen (könnten euch dick wirken lassen :O ) vertrauen?

Warnungen/Tipps  

Da die 10 Punkte nicht schon genug waren, gibt die_der Autor_in noch letzte Bemerkungen. Also Obacht. Nur gut kleiden helfe nämlich nicht, um gut auszusehen. Diäten, Sport, persönliche Trainer und Fitnessstudio, Selbstvertrauen sei sonst nicht deklinierbar. Falls ihr nach Punkt 8 eure Kleidung mit horizontalen Streifen aus dem Fenster geworfen habt, um schon die erste Bestellung mit vertikal gestreiften Teilen zu ordern: Sorry. Da steht, dass auch vertikale Streifen dick machen würden. Also nichts (!) mit Streifen.

Absolut lächerlich ist dann folgender Spruch: „Sei immer [d]u selbst und trage Kleidung, die [d]ir gefällt. Wenn jemand [d]ich nicht mag, dann in 9 von 10 Fällen, [d]u nicht sein Typ bist, nicht weil [d]u zu „dick“ bist.“

Ok, lasst uns mal die Prämissen dieser fuck Aussage aufdröseln: Es wird der Eindruck erweckt, dass wir uns fancy und frei kleiden könnten und unser eigener Style umsetzbar sein soll. Mit der kleinen Einschränkung, dass es vorteilhaft sein sollte. „Ich bin ja für body positivity, aber ohne formende Wäsche geht das halt gar nicht.“ Du bist nicht für body positivity und die_der Autor_in schreibt das nur, um nicht ganz so hasserfüllt zu wirken. Süß. Im zweiten Satz ist es dann klar für wen das hier geschrieben ist, nämlich heterosexuelle Mädchen, die einen süßen Typen mit ihrer kecken und doch romantischen Art (ein pfirsichfarbener Schal zu der Shorts mit Nieten) überzeugen wollen. Von 10 Typen will auch nur einer nicht mit dir gehen, weil du zu dick bist. Wie beruhigend. Liebes Mädchen, wenn du denkst, dass nur dein Äußeres zählt und diese eine Diät oder dieser eine Taillengürtel dir eine Romanze gebracht hätte: Nein! Wenn dir das jemand sagt, rede nie wieder mit dieser Person. Du bist viel besser als das.

‚Interessant‘ ist auch eine tolle Empfehlung unter den Warnungen. Erinnert ihr euch, stets dunkle Farben tragen, weil die die Körper optisch schlanker wirken lassen, bla. Hier wird nun geschrieben, dass komplett schwarze Kleidung auch nicht geht, weil es zum einen die Wärme anzieht (Nobelpreis geht morgen an die_den Autor_in) und zum anderen wirkst du „zu dunkel, langweilig und depressiv.“

Hört ihr den Neoliberalismus, wie er sich gerade anbiedert? Langweilig und depressiv ist nicht sexy, fickbar und hat kein großes ökonomisches Potenzial, so würde es dort richtig stehen. Zumal Depression eine Krankheit ist, die hier als beschissenes Synonym für unattraktiv steht. Argh!

Schwarze Kleidung ist toll und trage davon so viel wie du Bock hast. Im Grunde ist es egal, was du trägst und welche Farbe das hat. Du steckst schließlich drin, besser kann es nicht werden.

Noch Bock?

Ich weiß, der Artikel ist schon lang aber ich bin gerade so in quatschiger Laune. Nachdem ich nämlich die oben genannte Liste behandelt habe, interessierte ich mich dafür, was das Internet noch zu bieten hat. Vielleicht war das nur eine doofe und infantile Seite und nicht wirklich repräsentativ für den offenen Umgang mit ‚richtiger‘ Kleidung in unserer Gesellschaft (haha, bin fast vom Stuhl gefallen). Folgende Verbote und Gebote sind v.a. für dicke Frauen gedacht, können aber auf den Wunsch aller Körper transferiert werden: schlanker aussehen.

Trage nicht:

Weite Rollkragenpullis, gerade Jeans (eigentlich lieber keine Jeans), Faltenröcke, Bundfaltenhosen, Seide, Satin, weite Sachen, zu enge Sachen, Pullunder, Dinge ohne Ärmel, kurze Ärmel, breite Armreifen, große und zu lange Ketten, leuchtende Farben, Streifen, Verzierungen, Sanduhrkleider, glänzende Strumpfhosen, Miniröcke, zu kurze Sachen, hohe Ausschnitte, steife Materialien, kastenförmige Modelle, horizontale Details (keine Sexsprüche?!), Sachen, die Falten schlagen, Raffungen, Gürtel/Taille betonen, schräger Schnitt, Wickelkleider, Tuniken.

Trage:

Senkrechte Streifen, V-Ausschnitt, Raffungen, dunkle/weite Ärmel, Wickelkleider, bodenlange Sachen, Hemdblusen, Tuniken, XXL-Taschen, großer Schmuck, schräge Schnitte, Sanduhrkleider, hohe Absätze, mittelschwere Stoffe (häh?), wenn Muster, dann überall (das Auge, kann dann nicht auf einer Stelle verweilen), vertikale Nähte, fließende Stoffe, dunkle Farben.

Merkt ihr selbst, ne?

Fettes Fazit

Seien wir bitte mal ehrlich. Wenn gesagt wird, dass Kleidung nicht vorteilhaft sei, nichts tut (was denn auch, Kaffee kochen?!) oder aufträgt, heißt es in der Regel nur eine Sache: Ja, du bist dick aber sei doch bitte eine gute Dicke und unterwerfe dich, wie wir auch, dem ewigen Optimierungszwang, damit dein Körper wieder Warenförmigkeit erreicht, also schlanker wirkt.

Das ist ein so elendiger Trend, den ich vor allem bei vielen dicken Frauen beobachte. Dicker Körper ist noch gerade so in Ordnung (machen ja eh gerade die 10000000 Diät und müssen sogar ihrem Postboten davon berichten, damit sie als gute Dicke gelesen werden), aber wenn der dicke Körper durch angezogene Kleidung dick(er) erscheint (im Sinne von sichtbarem Fett, ob durch Kleidung oder grüßend aus der Kleidung schauend), dann ist das Geschrei groß.

Ich hatte online schon sehr viele Diskussionen darüber und es endete immer in gleiche Kernaussagen, nämlich dass ein vorteilhaftes (sic) Kleiden davor schützt ausgelacht zu werden und z.B. sichtbare Speckrollen nicht schön sind. Fakt. Mit einer Armada an Satzzeichen, die selbst Til Schweiger als unangebracht einstufen würde. Und wenn ich sage, dass ich es schön finde, dann lüge ich und bin ein schlechter Mensch.

Versteht mich nicht falsch, ich sehe wohl, dass es bestimmte Farben und Formen gibt, die den Körper, den sie bedecken größer oder kleiner erscheinen lassen. Mir ist es bloß verfickt egal. So richtig. Was haben wir aus den Tipps zur vorteilhaften Kleidung denn gelernt? Ablenken und Verstecken. Deinen Körper, so wie er ist, in den Mittelpunkt zu stellen erscheint gar als ein rebellischer Akt, der wirklich schnell von der „ich-liebe-Guido-Front“ sanktioniert wird. Und das ist wirklich perfide, denn ich habe nichts dagegen, wenn eine Person bestimmte Regularien einhält, Formwäsche trägt (ist schließlich dein Körper), doch leider ist diese Toleranz meist einseitig.  Schnief.

Nicht zu vergessen ist die Front, die ihre Körper nicht leiden können. Gern auch mit der ersten Front vermischt und dementsprechend fieser und gemeiner. Warum akzeptieren, dass andere etwas lieben, was du mit jeder Zelle verabscheust. Wie sagt es der Hundeflüsterer so schön: Unsichere und ängstliche Hunde sind am gefährlichsten. Ist bei Menschen ebenso.

Dabei stehen wir am Ende des Tages doch alle nackt vor dem Spiegel. Ohne fließenden Stoff in dunkler Farbe. Ohne XXL-Tasche und V-Ausschnitt. Möchtest du dich dann nicht lieb haben? Das bist du. Ob Narbe, Falte, Speckrolle, Krampfader, Besenreiser, Pickel, Lipödem und Cellulite. Das wird immer unter der Kleidung stecken und ist nicht schlimm. Diesen fabulösen Körper darfst du kleiden, wie du willst. Deine eigene Anziehpuppe, alles was du möchtest geht. Deine Kleidung muss keine Vorteile schaffen/erschaffen, nichts tun und darf auftragen. Dicker aussehen ist NICHT (!) schlecht, schlanker aussehen ist nicht glorreich.

So wie du auszusehen ist goldrichtig. Immer.

 

Advertisements

Das Ding mit den guten Vorsätzen

Hallo und frohes neues 2015!

Ein neues Kapitel im Buch eures Lebens beginnt. Aber sind wir mal ehrlich, der Rotz aus dem letzten Kapitel ist noch da. Und irgendwie hat in der Silvesternacht keine innere Reinigung stattgefunden. Außer ihr habt euch übergeben. Aber selbst dann fühlt sich das nicht so rein an. Irgendwie geht doch alles genau so weiter, nur mit der 2015 als neues Etikett. Ich finde die Frage, ob man gut ins neue Jahr reingekommen sei, sehr gut, haha. Ich kroch durch eine Höhle, um mich herum Fledermäuse, Ratten und stinkende Gülle. Das Licht in Reichweite, schleppte ich mich mit letzter Lebenskraft an die Oberfläche. Blutende Knie, ne aufgeplatzte Lippe. Doch der Kampf ist nicht vorüber, nein.. Ich muss über eine Klippe springen, denn dort lauert 2015.

Ich bin öfters lange wach, ich schaff das auch Silvester. Vielen Dank für die Nachfrage ;D. Ich habe übrigens bei einer Freundin gefeiert (die dieses Jahr heiratet, wohoooooo) und es war grandios. Am nächsten Tag hatte ich Muskelkater vom Lachen. Ok, bei meinen ‚Bauchmuskeln‘ nicht DIE Leistung, aber dennoch fabulös witzig. Und da ich keinen Alkohol trinke, war ich am nächsten Tag auch nicht verkatert. Hielt mich trotzdem nicht davon ab nichts zu tun. Wenn es darum geht so Mainstream faul zu sein, dann bin ich gerne dabei^^. Apropos Mainstream: was sind denn eure Vorsätze für das Jahr? Eine riesige Liste oder ganz Rebell_in und gar keine? Ich habe mir vorgenommen täglich zu schlafen. Mehrere Stunden. Klappt bis jetzt erstaunlich gut. Aber lasst uns doch mal über Vorsätze philosophieren:

Frisch und frei in 2015

Selbst ich, die ja keinen Alkohol trinkt, fühlte mich am Neujahrsmorgen nicht sonderlich energetisch. Der Rücken tat noch immer weh. Meine Motivation war mal wieder in Narnia (mit Herrn Tumnus Tee trinken) und auch sonst kein Zauber des Neuen. Eher die alten Lasten, die man sich gar nicht auf eine To-Do Liste setzen möchte, um das Grauen nicht zu sehen. Ich schreibe ohne Witz oft keine solcher Listen, weil ich den Anblick nicht ertrage.

Ich bin, wie schon oft erwähnt, Studentin. Als Student_in hat man diesen Druck sich von Zeitperiode zu Zeitperiode optimieren zu müssen, gleich dreimal im Jahr! Anfang Sommersemester, Anfang Wintersemester und Silvester. In diesem Semester besuche ich mehrere Kurse. Und ich lese auch viel mehr. Und überhaupt bin ich viel öfter da. Das hält dann genau 2 bis 3 Wochen, bis man merkt, dass man sich mal wieder selbst verarscht hat. Und dann kommt die Enttäuschung. Ich bin so dumm, ich schaffe das nie.. Buhu, mimimi…

Vergleichendes Versagen

Dieses Buhu muss jedoch nicht sein und ich bin der Meinung, dass ganz viel Unmut enden könnte, wenn man sich nicht andauernd mit anderen vergleichen würde. Und, quasi noch wichtiger, eigene Fehler und Unzulänglichkeiten einfach mal akzeptieren. Typische Situation in der Uni: wir mussten am 4.01 eine Arbeit abgeben. Ich ahnte schon, dass ich über die Weihnachtszeit extrem faul sein und meine Beziehung zu Netflix ausbauen werde. In der Tat, ich gebe am Nachholtermin (18.01) ab. Passiert. Ich habe tolle Serien, Filme und Pornos gesehen. High Five an mich.

Am Montag ging die Uni wieder los und keine mochte so recht sagen, dass sie ebenfalls nichts gemacht hatten. Es werden nämlich einige später abgeben. Welch Überraschung bei solch einem Termin^^. Ich war dann so frei und posaunte laut, dass ich noch kein einziges Zeichen geschrieben hätte. Sofort sah ich bei mehrerern Kommilitoninnen Erleichterung. Auch sie hatten noch kaum bis nichts aufs Papier gebracht. Fühlten sich aber nach meiner ‚Offenlegung‘ viel besser. Auch ein bekanntes Beispiel: in der Schule/Uni/wo auch immer wird etwas erklärt und keine_r stellt zu einer trivial anmutenden Sache eine Frage. Weil sich keine_r traut seine Unwissenheit zu präsentieren und eventuell dafür diszipliniert zu werden. Glücklicherweise findet sich dann meist doch eine Person und siehe da.. sie war nicht die Einzige, die es nicht gerafft hat.

Du kannst besser sein!  

Ich kann so unendlich viele Sachen nicht und es ist in Ordnung. Umgeben bin ich von einer Welt, in der man alles erreichen kann. Wenn man nur hart genug dafür arbeitet. Den perfekten Körper, Traumjob, das richtige Gehalt und natürlich einen wunderbaren Partner. Alles ist drin, du musst halt nur dafür kämpfen. Millionen von Ratgebern versuchen dir dabei zu helfen wie du besser wirst. So bist du nicht gut genug. Es gibt immer eine bessere Ernährung, DIE neue Creme und 10 Ratschläge, wie du ein_e bessere_r Liebhaber_in wirst. Nicht zu vergessen sind die Ratgeber, die dich zu einem extrovertiertem Liebling auf jedem sozialem Event machen. Selbstoptimierungen wohin das Auge reicht.

Und scheitern ist so gar nicht sexy. Ich kenne einige, die immer besser sein wollen, es dann nicht schaffen und als Reaktion in Phasen der Resignation verfallen. Das ist total traurig. Auch ich bin nach den ersten Wochen des Semesters immer ziemlich desillusioniert. Ich wollte doch mehr machen. Immer anwesend sein, alles lesen, den Stoff nacharbeiten und sich privat eigenen Forschungen widmen. Damn! Die und der sind viel besser und so engagiert. Warum kann ich nicht so sein?

I am what I am

„And what I am needs no excuses“! Hört auf Gloria ;D! Könnte ich in Regelstudienzeit alles rocken? Wahrscheinlich. Doch habe ich dann schluchzend das Finale von Sons of Anarchy gesehen? Oder habe ich dann die Nächte mit Dokumentationen über Serienmörder, verlassene Städte oder Sex verbracht? Oder irgendeinen Rotz stundenlang recherchiert, einfach weil ich es kann? Wahrscheinlich nicht. Oder mein Lieblingshobby: gegen Wände starren und über Sachen nachdenken. Müsste ich streichen (das Hobby, nicht die Wände). Doch dies sind Dinge, die mich ausmachen, die ich liebe und die mich glücklich machen. Gerade google ich nach allen Versionen von „Lay Lady Lay“. Herrlich :). „I am my own special creation.“

Aber ich will mich bessern!

Natürlich verändert man sich im Laufe des Lebens irgendwie, doch du willst alles und noch viel meeeeehr? Bitte, ich stehe garantiert nicht im Weg und winke auch freundlich, wenn du an mir vorbeiziehst. Und ich bin auch nicht die, die dich für das Nichterreichen eines Zieles kritisiert. Oder gar neidisch auf deine Erfolge ist. Dir sei das ganze Glück der Welt gegönnt, doch für mich musst du dich gar nicht optimieren, denn du bist genau jetzt in deiner optimalsten Version. Weil du einfach du bist :). You are what you are^^

 

 

Von guten Vorsätzen zum lauten Mitbrüllen von „I am what I am“, so kann man auch bloggen :D. Für die Gewinner meiner Auslosung: ich habe vor Weihnachten 5 Sendungen abgegeben. Eine kam ganz sicher an, eine ist verloren gegangen :/. Ich hoffe die anderen drei haben den Weg geschafft.

Bis eventuell nächste Woche (ihr wisst ja, Abgabe der Arbeit am 18.01…). Macht es gut!

 

Das Ding mit der „richtigen“ Kleidung

Ola!

So, wieder ne kleine Änderung. Heute gibt es aus aktuellen Anlässen keinen Mann. Das hole ich aber noch diese Woche nach, so Mittwoch oder Donnerstag. Zwei Artikel diese Woche? Jaha :) ! Und ich habe eben erfahren, dass ich für einen Award nominiert wurde. Das versuche ich dann auch noch diese Woche zu schreiben. Unfassbar. Warum eine Änderung? Seit Freitag schwirrt mir ein Problem im Kopf rum, welches von Tag zu Tag schlimmer wird. Mit der aktuellen Krönung von Sodbrennen, weil ich mich besonders heute so aufgeregt habe.

Das Ding mit dem Gewicht 2.0  

Eigentlich könnte dieser Artikel als eine Weiterführung zum vorletzten Artikel betrachtet werden. Es geht nämlich wieder um das Gewicht. Doch nicht darum, wie schmal, bzw. breit der nackte Körper ist, sondern wie er angezogen wird. Denn dort zeigt sich die hässliche Fratze der gesellschaftlichen Normierungen. Was kann ich tragen? Was darf ich tragen? Was muss ich kaschieren? Und wie ziehe ich mich vorteilhaft an? Mindestens eine dieser Fragen hast Du Dir doch schon gestellt. Oder? Zum Glück werde ich diese heute beantworten und Du musst Dir nie wieder Sorgen machen. Hach, welch Service… Doch fangen wir mal mit der Schilderung meines Ärgernisses an.

1.) Die gleiche Kleidung für dicke Menschen???

Es war Freitag und ich kam von einem sehr interessanten Vortrag in der Uni. Die Rednerin trug ein wunderschönes Kleid mit Heißluftballons. So toll. Mich packte die Lust mir neue Kleider zu kaufen. Wahrscheinlich auch, weil die Frau eine ähnliche Figur wie ich hatte. Ich surrte vor Inspiration und mein Portemonnaie weinte schon langsam vor sich hin. Bei Asos verliebte ich mich sofort in ein Kleid mit Gespenstern. Gespenster! War leider ausverkauft und getrieben vom -ich muss das haben oder sterben- Impuls, googelte ich mir die Finger wund. Vielleicht verkauft es jemand. Dem war natürlich nicht so, wer verkauft schon so ein fabulöses Kleid, schnief…

Bei der Suche stieß ich aber auf eine Diskussion über das Angebot der großen Größen bei Asos. Eine Frau X verstand das nicht. Was gibt es da schon zu verstehen, die verkaufen halt Mode in großen Größen?! Wirtschaftlich sinnvoll, wenn angebotene Produkte eine möglichst breite Zielgruppe kauft. Wo ist das Problem? Sie empfand die Kleidungsstücke als unpassend. Anbei postete sie eine Reihe an Bildern aus dem Angebot von Asos. Hier mal ein kleiner Eindruck:

– ein Kleid, enger Schnitt, mit Leopardenmuster -> Sie ist empört über das Muster. Geht ja gar nicht.

– ein enges, gewickeltes Kleid -> Skandal! Wäre nur mit einem Korsett zu tragen, es könnte die Gefahr bestehen, dass sich Körper abzeichnet :O

– mehrere Teile, die weiß oder beige sind -> helle Farben, ahhh!

Was lernen wir daraus? Nichts mit Muster tragen, dunkle Farben und möglichst weit sollte die Kleidung sein. Ich würde ja meinen, dass solch ein Beitrag negative Reaktionen nach sich zieht. Naja, ich würde es mir wünschen, in meiner kleinen Welt.. Die Kommentare danach sind aber teilweise noch heftiger. Formende Wäsche sollte man unbedingt tragen, wenn man sich über Größe 40 begibt. Soso.

Das einzige, was mal echt zu formen wäre, ist die Einstellung zu Kleidung. Ganz basal dient sie natürlich dazu, sich vor Wetterbedingungen zu schützen. Klingt logisch. Sie hat aber auch eine soziale Funktion. Ich verbünde mich durch gleiche Klamotten zu anderen und zeige, beispielsweise durch Arbeitskleidung, Zugehörigkeit. Und ich zeige Individualität, persönliche Launen und Ausdruck. Ich trage z.B. gern Kleider, weil das so lustig schwingt und wenn ich mich schnell drehe, dann fliegt das Kleid mit. Ok, manchmal fliege ich auch hin bei solch einer Aktion ;D. Es macht mich aber glücklich. Also das Tragen, nicht das Fallen. Lassen wir das eben so stehen, ich komme zum Schluss darauf zurück.

2.) Das muss doch weiblicher aussehen!

Einen Tag später war ich bei einer Freundin. Früher waren wir wirklich eng befreundet, doch so nach und nach lebten wir uns auseinander. Ich hatte sie auch schon ewig nicht gesehen und irgendwie war das eher ein förmlicher Besuch. Andere Freunde sehe ich auch nicht oft, doch freue mich wie nen Schnitzel, wenn es mal wieder zu einem Treffen kommt. Nostravanina wusste quasi schon Bescheid, denn ich hatte vorher ein ganz schlechtes Gefühl. Sogar ein wenig Bauchweh. Ich glaube wir haben keine Zukunft, ich kann manche Dinge nicht akzeptieren.

Unter anderem erzählte sie mir von einer Freundin, die ich auch sehr flüchtig kenne. Ich weiß, dass sie nett ist und wie sie aussieht. Kurze Haare, meist ungeschminkt und sportliche Kleidung. Ihre Figur ist sehr schmal und gerade. Kurzum: eine tolle Frau (weil jede_r toll ist). Meine Freundin lästert aber darüber. Andauernd würden Leute denken, dass sie mit einem Jungen unterwegs sei. Zudem mache sie überhaupt nichts aus sich. Immer bis oben geschlossen, nie schminkt sie sich und die Krönung: schlecht sitzende BHs, die nichts nach oben pushen.

Gebt zu, man ist nah dran Amnesty International zu rufen. Solch eklatante Zustande in Deutschland! Sie schminkt sich nicht! Leute… Die traurige Sache: sie ist so sehr  Medien und dem Dünnschiss anderer Leute ausgeliefert, dass sie sich schon selbst unwohl fühlt. Klar, wenn man täglich hört, dass man nicht weiblich, nicht vollständig ist, dann ist das echt kacke. Ich würde sie gerne in den Arm nehmen und sagen, dass sie genau so perfekt ist. Weiblich heißt nicht Schminke oder große Brüste, die man Männern anbieten muss. Es heißt auch nicht, dass man Röcke oder Kleider tragen muss. Wo steht das auch bitte? Nirgends. Es ist kulturell konstruiert, was man daran merkt dass man mit -ist halt so- auf Fragen antworten will. Und alles was konstruiert ist, kann auch dekonstruiert werden. Man braucht nur irgendwie den richtigen Schraubenschlüssel. Wir werden mit den Ludolfs die Welt verändern :) ! Mindestens.

3.)  La Leggins, du verbotene Frucht

Der Grund für mein abnorm starkes Sodbrennen liegt in den heutigen Geschehnissen begründet. Bei einem sozialen Netzwerk bin ich in verschiedenen Gruppen, u.a. auch in einer Klatschgruppe. Die Anzahl der Mitglieder ist überschaubar, man kennt sich und mag sich oft auch. Ich fühle mich da eigentlich wohl. Wäre da nicht dieser eine Post gewesen. Es ging über das Tragen von Leggins. Wann das ok ist, wann eher nicht und wo es schöne zu kaufen gibt. Kurze Antwort: es ist immer ok, außer wenn es arschkalt ist. Bei Kauftipps bin ich aufgrund von meinen speziellen Maßen eh nie eine Hilfe.

Was sich aber dann zeigte, war die oben erwähnte hässliche Fratze (ironisch überspitzt). Von Leuten, die ich eigentlich wirklich schätze und mag. Ein Reigen von ‚typischen‘ Antworten kam (ich lasse die Kauftipps mal weg): Wer die Figur dafür hat, könnte es problemlos tragen. Ab einer bestimmten Anzahl an Kilos sollte man es sein lassen. Und ganz viel: aber übern Po muss ein Shirt oder ähnliches sein. Bevor ich falsch verstanden werde: man sollte nur das tragen, was man selbst an sich gut findet. Ich möchte niemanden in Kleidung schnacken, nur weil ich auf Vielfalt stehe.

Das Problem ist aber die Abfälligkeit gegenüber anderen Menschen. Wenn Ursula von nebenan Leggins und dazu nen kurzes Top trägt bei über 100 kg, dann nur zu Ursula. Du rockst das! Im Post wurde natürlich auch ein Bild von einer übergewichtigen Frau gezeigt, die Leggins trägt. Das finden Leute lustig. Nennt mich humorlos, doch ich verstehe nicht, wie die individuelle Kleidungswahl eines Mitmenschen so belustigend ist. Es ist gemein, es ist verletzend. Das hat nichts mit sich Reinsteigern oder Übertreiben zu tun. Es ist ein diskriminierendes Verhalten, welches leider sehr salonfähig geworden ist. Dick ist lustig, dick ist eine Witzfigur. Und dick versteht Spaß, dick ist soo zum Totlachen. Am Arsch, ich akzeptiere das nicht mehr.

Hasse ich jetzt die Menschen dort? Nein. Ich konnte es aber nicht so vergessen und wozu habe ich schließlich einen Blog ;D ?! Mit einigen werde ich ganz sicher nicht mehr grün, doch andere wiederholen nur den Diskurs über Kleidung. Nicht nur täglich auf Vox geht es darum, was man tragen kann. Es ist normalisiert, dass man seine Vorteile ausbauen muss. Kleider machen Leute, heißt es doch. Kaschieren und formen, hübsch sein und lächeln. Moderne Dressur.

Und die Moral von der Geschicht? 

Bitte, bitte, bitte mit Zucker obendrauf, lasst und doch aufhören so gemein zueinander zu sein. Warum ist es notwendig über Menschen zu lästern, die sich nicht nach Deinem Geschmack kleiden? Wenn Du mit meinem Outfit ein Problem hast, dann darfst Du es gerne behalten. Klar, dann fehlt der schöne Moment.. Du beleidigst mich und fühlst Dich für einen Augenblick so erhaben, so toll. Such Dir ein Hobby! Gnargh, jetzt formt sich ein Gedanke in Deinem Kopf: es sieht doch wirklich nicht gut aus, wenn die Klamotten zu eng sind. Das ist doch allgemein bekannt. Kulturell konstruiert. Tut mir Leid, doch Dein so edler Geschmack ist einfach Zeugnis von gesellschaftlichen Vorstellungen über Normalität, was sich so gehört und was halt nicht. Es ist sehr mühsam, sich daraus zu befreien. Vielleicht auch unmöglich. Ich z.B. habe schon sehr viel Arbeit investiert und bin immer noch nicht am Ziel angekommen. Und schon gar nicht der perfekte Moralapostel.

Ich trage aber Leggins. Die sind voll bequem, alle sollten die tragen ;D ! Sieht man Cellulite? Na klar! Plus andere Beulen durch Krampfadern. Meine Leggins hat also Spezialeffekte, ha, in your face! Ich fühle mich darin wohl, ich werde sie weiterhin tragen. Einfach das anziehen, worauf man Bock hat. Ich muss da an ein tolles Plus Size Model denken, die irgendwann anfing Crop Tops anzuziehen. Man sieht ihren Bauch und der ist nicht flach. Es ist schlicht fabulös. Warum sollte man ihr diese Lebensfreude verbieten? Damit sie nur schwarze Säcke trägt und eure zarten Augen schont? Pfff…

In der Zeit, in der ihr euch fragt, ob Kleidung X passend, schmeichelhaft, nicht zu eng, nicht zu weit, vorteilhaft, trendy und sexy ist oder ihr über die Klamotten anderer Personen herzieht, euch fragt wie man sowas nur anziehen konnte (meist übern Körper ziehen) und verzweifelt auf der Suche nach einer Modepolizei seid, in der Zeit könnte man soo viele Dinge machen. Leben, glücklich sein. Sich neuen Schmuck kaufen :D . Aber nicht drüber nachdenken, ob ihr irgendwas tragen könnt. Tragt es, es ist nur Kleidung und die ist zum Anziehen da.

 

 

Das Ding mit dem Gewicht

Ich falle auf die Knie, bin untröstlich und lasse mir ‚mea culpa‘ eventuell auf die Stirn einbrennen. Eigentlich sollte es morgen schon die #29 geben und ich kann euch noch nicht einmal mit der #28 bedienen. Ich hasse es unzuverlässig zu sein, doch meine körperliche Verfassung ist grad sehr suboptimal. Der Antrag auf eine Rehabilitation läuft, denn momentan bleiben mir nur zwei Karieren offen: Quasimodo oder Igor (Frankenstein) in irgendeiner Neuverfilmung zu spielen. Meister, Meister!

Und dann noch diese Schmerzen… Es hat letzte Woche oft geregnet. Aus meinen Augen. Doch genug des Selbstmitleids, ich fühle mich schon wie eine Person, die nur über Krankheiten sprechen kann/will. Solche Menschen mag niemand, daher wechsel ich mal so galant wie Eichenholz das Thema. In der Überschrift haben die aufmerksamen Leser_innen unter euch ja bereits gesehen, dass es keinen neuen Mann zu präsentieren gibt. Diese Enttäuschungen reißen nicht ab…. Das liegt daran, dass die #28 so komplex ist und ich nicht so gut sitzen kann. Außerdem  habe ich mich besonders die letzten Tage über ein Thema aufgeregt. Eine gute Freundin sagte mir einmal, dass man sich nur mit Themen beschäftigen soll, über die man sich aufregen kann. Dann mal los:

Gewicht , Gewicht, Gewicht

Wie bin ich auf das Thema Gewicht gekommen? Tja, man müsste schon blind durch die Gegend laufen, wenn man nichts von der Besessenheit über die „richtige“ Anzahl an Kilos hört. Ich selbst bin fett und umgebe mich in allen sozialen Medien gerne mit dicken Körpern. Man möchte sich doch selbst repräsentiert sehen. Durch starke und inspirierende Personen, die anziehen, was sie wollen und essen, was sie wollen. Daher like ich fast alles und jeden, der nicht in dieser ‚fett-ist-böse‘- Schublade steckt. Ich liebe das. Auch bei youtube sehe ich so gerne OOTD (outfit of the day, bzw. was hab ich heute an) von Frauen, die dick sind. Was nützt es mir den neusten Einkauf von Primark zu bestaunen, wenn das einzige passende Kleidungsstück für mich dort ein Schal wäre? Nix.

Mit auf meiner Liste bei youtube ist eine junge Amerikanerin, die ich seltener als andere schaue, weil sie mir noch zu schlank ist, um mich mit ihr identifizieren zu können. Sie hat aber tolle Videos online und ich mag sie echt gern. Irgendwie hat sie das Internet gefunden und auf unzähligen Seiten wird ein Video von ihr gepostet, in dem sie in Badekleidung davon spricht, dass sie ihren Körper liebt, er ihr gehört und viele gute Seiten hat. Etc. , etc. Eigentlich ein wahnsinnig schönes Video mit einer wichtigen Botschaft. Eigentlich.

Trolle…

Denn in den Kommentaren (ahh, ich darf Kommentare einfach nie, nimmer lesen) tun sich Abgründe auf, da ist der Mariannengraben nix gegen. Unfassbar. Es ist nicht das erste Mal, dass ich negative Dinge über Übergewicht lese. Fettleibigkeit muss eine enorme Panik bei manchen Menschen auslösen, anders kann ich mir die Beleidigungen, bis hin zu Todesdrohungen, nicht verstehen. Macht es Personen sauer, dass nicht jede_r nach normativen Schönheitsvorgaben lebt? Frei nach dem Motto: -du machst nie Sport und isst Chips? Dafür muss ich dich bestrafen, weil ich das auch will und nicht machen kann.- Oder wie?

Ich persönlich bin für eine breite Variation, in jeglicher Hinsicht. Wer Bock hat sehr schlank zu sein, bitte. Wer jeden Tag Sport machen möchte, nur zu. Ich bremse auch für Jogger_innen. Leider leben wir in einer Welt, in der eben genannte Wahlmöglichkeiten sehr positiv konnotiert sind. Denken wir nochmal an die nette Amerikanerin zurück. Sie strahlt in die Kamera, fühlt sich pudelwohl. Was steht in den Kommentaren?

1.) Wow, ich wäre auch gern so selbstbewusst. Du hast echt Mut.

– Das ist ja schon ganz ok formuliert. Wobei ich mich frage, was daran so mutig sein muss. Es ist nur ein Körper, sie springt nicht mit einem Tiger im Arm von nem Hochhaus. Was ziemlich cool wäre. Solch ein Kommentar zeigt aber, wie sehr viele unter dem Druck leiden, schlank sein zu müssen. Das macht mich dann wieder traurig…

2.) Ist ja ganz schön und nett aber du propagierst hier einen ungesunden Lebensstil. Schäm dich, was bist du für ein Vorbild für Kinder?!

– Das sind mir die liebsten Kommentare, da bekomme ich direkt Sodbrennen, weil ich mich so aufrege. Ach nee, Sodbrennen hab ich ja nur durch das Übergewicht. Ich Idiotin^^. Fangen wir mal mit der ungesunden Lebensweise an. Wer meint, dass er durch den bloßen Blick auf eine Person deren gesundheitlichen Zustand erraten kann, der sollte sich beim Fernsehen bewerben. Next Uri Doktor oder so. Ok, wenn jemand vor dir liegt, mit offenem Bauch und heraushängendem Gedärm… ja, da ist die Gesundheit schnell einzuschätzen. Aber in allen anderen Fällen hast du verdammt nochmal keine Ahnung! Ich bin adipös und habe außer dem oben genannten Problem keine gesundheitlichen Einschränkungen. Herz ist ok, keine Diabetes, sondern nur Cellulite :D. Dicke sind per se nicht todkrank. Natürlich gibt es bei allen Figuren Krankheiten, die behandelt werden müssen. Aber nur weil ich dick bin, bin ich nicht krank.

Viele glauben auch, dass ich nur Süßigkeiten und Pommes esse. Mach ich nicht, wäre mir viel zu langweilig. Dick sein heißt nämlich nicht, dass man sich nur schlecht ernährt. Ich kannte mal einen sehr, sehr schlanken Mann, der nur Cola trank und Fastfood aß. Ist er jetzt gesünder, weil er schlank ist?! Ihr merkt die logischen Lücken hoffentlich. Kommen wir zu den lieben Kindern. DAS Argument für Leute ohne Argumente: „Was ist mit den Kindern?“. Man kann seinem Kind zeigen, dass Menschen ganz unterschiedlich aussehen können und sie dabei immer liebenswert und schön sind. Könnte man. Oder man verhält sich wie ein Arsch und versteckt seinen eigenen Hass in Sorge. Solch Kommentare nenne ich gerne ‚Concern trolling‘. Man sagt oberflächliche Dinge und legitimiert sie mit der Sorge um seine Mitmenschen. „Ich bin nur so gemein, weil ich mich um deine Gesundheit sorge, Bla…“. Mein Körper, meine Entscheidungen. Du Honk.

3.) Iiihhh, ist das widerlich. Bah, wer hat den Wal ans Land geholt? Geh sterben!

– Witze mit Walen sind total innovativ. Noch nie gehört… Dieses Beispiel ist noch sanft formuliert, es gibt tausende, die weitaus schlimmer sind. So viel Hass, nur weil die Dame mollig ist. Übrigens super sozial und knorke, dass die Person sich extra bemüht hat solch ein Kommentar zu verfassen. Wer so negativ und hasserfüllt durchs Leben geht, hat tiefgreifende Probleme. Auch nicht ganz gesund, wa ;D ?!

4.) Mach mal Sport!

– Mach doch selber! Nee, ernsthaft jetzt (als ob ich das könnte, haha..). Mir hat einmal ein Gaukler aus einem fernen Land berichtet, dass es auch dicke Menschen gibt, die Sport machen. Waaaas? Jaha, sogar ziemlich viele. Fit sein und Übergewicht schließt sich nicht aus. Machen alle Schlanken denn Sport? Nicht? Skandal!

Das Mittelmaß?

Was mich aber noch mehr ankotzt (da sind jetzt Emotionen im Spiel) ist dieses Ideal vom Mittelmaß. Eine Frau darf nicht zu dünn sein aber auch nicht zu dick. Schon nen Hintern aber der muss prall und rund sein. Absolut exemplarisch ist das olle Lied von Meghan Trainor („All about that Bass“). Wie ich es hasse! Vor allem hasse ich, dass es als positiver Beitrag zum Umgang mit Übergewicht verkauft wird. Schaut mal die Lyrics an, ahhh!

Yeah, my mama she told me don’t worry about your size
She says, „Boys like a little more booty to hold at night.

A little more, bloß nicht zu viel. Der Wert deines Körpers hängt zudem nicht davon ab, ob er von Männern gemocht wird. So weit kommt es noch… Du solltest deinen Körper lieben. Das steht an erster Stelle. Wer dich nicht so leiden mag wie du bist, der kann dich mal an deinen fabulösen Arsch lecken, egal wie groß/klein der ist.

I’m bringing booty back
Go ahead and tell them skinny bitches that

Skinny Bitches… Ich bin wie gesagt für eine Variation an Körpern. Alles ist schön, du bist schön. Dünne Menschen als knochig und magersüchtig zu bezeichnen ist so dumm und gemein. Männer mögen Kurven.. Da haben wir es schon wieder. Warum läuft es immer über die Konsumierbarkeit durch einen Penis? Ganz schön heteronormativ und ganz schön irrsinnig. Ich als Dicke hasse auch keine schlankeren Frauen, ich liebe euch alle :-) !

Wenn es doch so schwer ist….

Da mecker ich über mein Leben als Dicke und wie man mit Hass zugemüllt wird. Dabei wäre die Lösung so nahe: ich könnte abnehmen und alles ist gut. Ja? Wäre es das?

Zum einen habe ich schon etliche Diäten hinter mir. Als Teenager war der gesellschaftliche Druck echt nicht auszuhalten. Hätte ich für jede Beleidigung in Bezug auf meine Figur auch nur einen Cent bekommen.. Ka-Ching! Zum anderen halte ich nichts davon, wenn ich, als Opfer von Diskriminierungen, mich dem Geschmack der Täter anpassen soll. Ich glaube auch nicht, dass es funktioniert. Jetzt bin ich dick. Ihh, alles ihh. Als nächstes wäre ich mollig. Ihh, ein weicher Bauch. Bei weiteren Anpassungen eventuell schlank. Ihh, die Oberschenkel/Arme/Knie sind voll fett. Schließlich wäre ich dünn. Ihh, viel zu knochig.

Egal wie du aussiehst, es gibt immer jemanden, der mit dem Finger auf dich zeigt. Doch tue mir einen Gefallen, bitte sei du es nicht, die auf sich zeigt. Du hast nur diesen einen Körper und der braucht dich mehr als du denkst. Sei nachsichtig, sei liebevoll und zeige Bewunderung. Dein Körper ist 24 Stunden am Tag damit beschäftigt, dich am Leben zu erhalten. Hab ihn lieb, er hat es verdient :).

 

Das Ding mit der Intimbehaarung

Wie angedroht, gibt es hier einen Text zur Behaarung. Weil ich finde, dass man zu wenig darüber spricht und weil ich drüber reden will. So. Folgende Ausführungen spiegeln nur meine Meinung wider.

 

Buschige Zeiten 

Ihr seid ja wahrscheinlich alle noch relativ jung und habt es nie gesehen, doch es gab eine Zeit, da war Intimbehaarung voll normal. Darsteller in Pornos und die Menschen zu Hause in deinem Bett, fast alle haarig. Ich habe hier ein paar Sexhefte aus den siebziger Jahren liegen. Hier ein Haar, da ein Haar, überall war Schamhaar. Und was ich wichtig finde: keiner hat sich gewundert, warum Lisbeth einen Busch zwischen den Beinen (und auch bis hoch zum Po) hatte. Voll normal.

Doch was ist dieses ominöse -normal- ? Es ist nur ein kleines Wort und wir benutzen es so redundant wie dieses -Liebe-. Ich nutze für meine Ausführungen den Begriff auf zwei Arten: einmal um eine hohe, statistische Wahrscheinlichkeit auszudrücken. Dies ist noch ohne Wertung. Habe ich ca. 1965 100 Erwachsenen in den Schlübber geschaut, so waren die meisten Körper behaart. Mathematisch ausgedrückte Normalität quasi. Die zweite Verwendung knüpft an eine subjektive Erwartungshaltung. Ich halte die Dinge für normal, die ich als selbstverständlich ansehe. Wenn ich auf das -w- meiner Tastatur drücke, dann erscheint das -w-. Hab ich erwartet, finde ich normal und muss ich nicht drüber sprechen.

Falls aber anstatt -w- bei jedem Drücken auf die Taste der Satz des Pythagoras erscheinen würde… Boah, ich wäre echt irritiert. Wenn die Taste -w- aber seit jeher eine Tastenkombi für den Satz wäre (isses nicht, don’t try this at home), dann käme mir das total normal vor. Es hängt alles von meiner eigenen Erwartung ab, ob ich etwas als normal betrachte.

Das System, ja

Aber woher weiß ich denn, was ich erwarten kann? Tjaha, der Sinnhorizont einer Gesellschaft, der strukturiert sich nicht mal eben über Nacht. Auch nicht tagsüber. Und das hier in so nem Artikel eines Sexblogs zu packen. Nee.. Ganz kurz: es gibt normative Strukturen in einer Gesellschaft. Die können sich natürlich auch wandeln. Sicherlich habt ihr von der heiß umredeten sexuellen Revolution gehört. Spoiler, es gab eine neosexuelle Revolution. In der sind wohl die meisten von euch aufgewachsen. Da gibt es auch tolle Bücher zu! Was ich eigentlich sagen will: es gibt verschiedene Werte und Erwartungsmuster, die sich wandeln können. Damals waren Haare hui, heute oft pfui. Und wenn ihr in der neosexuellen Revolution sozialisiert wurdet, dann ist es für euch sehr normal, wenn ihr Intimbehaarung tendenziell eher doof findet. Verständlich?!

Glatt, so glatt

Schaue ich mir jetzt einen Porno an, dann ist es SEHR wahrscheinlich, dass die Akteure absolut glatt rasiert sind. Eventuell mal ein gekonnt gesetztes Dreieck auf dem Venushügel. Ansonsten ist da nichts zu sehen. Bis zum gebleachten Po sieht der Körper wie frisch geboren aus. Der Mann ist ja sowieso glatt. Schon allein weil er denkt, dass die Frau das will und ihm jemand gesagt hat, dass sein Schwanz nun größer aussieht. Wenn ich behaarte Intimbereiche sehen will, dann muss ich unter speziellen Kategorien schauen und komme mir vor, als ob ich einen Fetisch habe. Dabei möchte ich doch nur meine Vorstellung von Normalität in Pornos repräsentiert sehen. Bin eindeutig zu spät geboren.

Und ich so?

Wie halte ich es mit der Rasur? Fangen wir mal am Anfang an: Als da irgendwann Haare wuchsen, ließ ich sie erstmal so da. Die taten keinem weh und ich fand es cool, fühlte mich als Frau. Irgendwann wurde ich sexuell aktiv und für mich stellte sich gar nicht die Frage, ich wusste, dass ich rasieren muss, um ein sexuelles Wesen zu sein. Ich dachte, dass sonst keiner mit mir schläft und habe rasiert. Es schien eine unausgesprochene Voraussetzung zu sein. Auch meine ersten Männer waren alle rasiert.

Seien wir aber mal ehrlich: wie kacke und nervig ist das bitte sich untenrum zu rasieren? Bis man alle Haare erwischt hat, die Frage, ob man sich bis zum Po rasieren soll und die Sorge eine Analfissur zu bekommen. Argh! Die ersten Stunden nach der Rasur sind ganz lustig. Es ist so glatt und flutschig :D . Aber dann kommen schon die ersten Mikrostoppeln. Ohne Witz, wenn ich mich morgens rasiert hatte, waren abends minimale Stopppeln zu fühlen. So wenn man von unten nach oben streicht. Diese Art von Stoppeln kann man aber nicht rasieren und wenn ich es versuchte, dann endete es blutig. Alles schon gehabt.

Nicht zu vergessen sind die Rasurpickel. Unschön und unangenehm. Eine Freundin meinte mal, dass ich mit der Wuchsrichtung rasieren soll. Half nicht und funktionierte auch nicht. Vielleicht bei blondem und feinem Haar. Gekrönt wird diese Tortur nur noch durch eingewachsene Haare. Wie der Körper auf so nen Unsinn kommt… Ich habe mir mehrmals ein Haar mit einer Pinzette/Cuttermesser heraus ‚operiert‘. Das waren keine schönen Momente. Ja, es gibt die Möglichkeit, sich waxen zu lassen. Da hatte ich aber nie Lust zu. Ich rasierte mich nämlich nur für Dates und da gebe ich nicht noch extra Geld aus. Ich legte die Dates immer so, dass ich genügend Zeit hatte mich zu rasieren und überlegte vorher, ob sich das jeweils lohnt, d.h., ob ich auch Sex bekomme. Wie dumm, dumm, dumm.

Eine neues Körpergefühl

Irgendwann, ich hatte erst wieder ein eingewachsenes Haar, setze ich mich hin und unterhielt mich mit mir. Warum mache ich diesen Mumpitz überhaupt? Ich mag Haare, aktiv wie passiv. Ich finde auch, dass Punani behaart viel besser aussieht. Die meiste Zeit fummel ich sowieso selber an mir rum. Ich machte es nur, weil ich dachte, dass ich es muss,um Sex zu bekommen. Also startete ich den Versuch und nahm mir fest vor, mich nicht wieder zu rasieren. Ab und an stutze ich, doch das wars. Schnell änderte ich die Angabe in meinem Profil und rechnete damit, nie wieder Sex zu haben.

Die Resonanz war überwältigend. Entweder war es den Männern egal oder sie gingen da mega drauf ab. Mir hat bis jetzt noch niemand einen Korb wegen meiner Behaarung gegeben. Ob alle Männer darauf stehen? Niemals, aber es mögen mehr Männer als ich dachte. Viel mehr. Ich fühlte mich auf der Seite wie ein haariges Einhorn. Fabulös!

Dein Körper, dein Tanzbereich

Ich möchte es gerne deutlich betonen: dies soll kein Appell an euch da draußen sein, eure Rasierer in die Ecke zu werfen. Ihr mögt es rasiert zu sein? Dann ab mit dem Haar, keiner hindert euch! Es ist dein Körper, du kannst ihn gestalten, wie du willst. Mach es aber bitte nicht, weil du denkst, dass das so muss. Und schon gar nicht, weil du denkst, sonst packt dich keiner an. Ein Schwanz sieht ohne Haar auch nicht 10 Meter länger aus. Ich persönlich bin ein Fan von Haaren. Glatt erinnert mich das an Tiefkühlhähnchen… Ich mag meine Männer auch behaart. Es ist so sexy mit dem Haar zu spielen und das knistern zwischen den Fingern oder an der Zunge zu hören. Bitte nicht auf den Laptop kotzen.

Hygiene

Blabla.. Immer, wenn ich erzähle, dass ich mich nicht rasiere (so vielen erzähle ich es jetzt auch nicht), dann fragen viele, wie das denn mit der Hygiene sei. Duschen hilft definitiv. Vielleicht auch in regelmäßigen Abständen mit einem Produkt deiner Wahl. Ernsthaft, es ist nicht unhygienisch. Ich weiß nicht, was andere Frauen an Schmutz im vaginalen Raum ansammeln. Staub? Man riecht nicht intensiver und es schmeckt auch nicht anders. Der Duft hält sich natürlich länger, da die Haare das ‚tragen‘, doch ich riech mich gern, haha. Und die Haare fühlen sich toll an und sehen toll aus. Was für überzeugende Argumente.

Rechtfertigung? 

Ich erwische mich leider viel zu oft, dass ich mich rechtfertige, warum ich mich nicht rasiere. Komischerweise rutsche ich in diese Position nur bei Frauen. Für viele verhalte ich mich anormal und es irritiert sie, dass ich das einfach mache und keine Restriktionen erfahre. Ich habe Sex, werde geleckt und bin noch an keiner Krankheit gestorben, die ich mir durch diesen bösen Mangel an Hygiene geholt habe. Ich werde auch gern als ‚besonderer‘ Freigeist bezeichnet. Nette Umschreibung für Freak. Interessiert mich jetzt eher nicht.

Und die Moral 

Egal was andere als normal betrachten, höre auf dich und mache, was DIR gefällt. Haar oder nicht, ist doch ganz egal. Hauptsache zu schaust in den Spiegel und bist zufrieden. Wenn ich nackt vorm Spiegel stehe, bin ich begeistert :D. Außer in manchen Umkleiden. Manchmal ist das Licht so fies. Furchtbar. Behaart zu sein ist nicht schlimm. Es ist kein Fetisch, es ist nicht abnormal. Es ist Bestandteil einer körperlichen Vielfalt. Wie Gemüse. Da gibt es auch mehr als Möhren. Es mag ja nicht jeder Möhren. Zucchini sind auch lecker.

 

 

Ahh, jetzt haben wir uns alle lieb. Am Mittwoch hab ich dann wieder einen Penis lieb. Naja, nicht so richtig. Werdet ihr dann lesen! Aso, zwischen den Männern werde ich in Zukunft bei Lust weitere „Das Ding mit…“ veröffentlichen. So mal als Vorwarnung.

Bis denne!